Projektdetails

Projekthintergrund

Als Bergbauer und Direktvermarkter müssen viele Arbeitsschritte selbst, größtenteils per Hand, erledigt werden. Von der Geburt eines Kalbes bis zu dessen Lebensende versorgen wir unsere Rinder Tag für Tag. Aufgrund des Ab-Hof-Verkaufs ist uns wichtig, dass unsere Rinder nicht bei einem großen Schlachthof verarbeitet werden, sondern dass wir sie selbst bis zur Schlachtung begleiten können. Schon jetzt werden unsere Rinder maximal 20 Minuten zum Schlachthof transportiert. Da die Tiere das ganze Jahr Auslauf genießen bereitet ihnen das Verladen auf den Anhänger Stress.
Den Sommer verbringen sie auf unseren Wiesen und der Alm, und im Winter steht ihnen der Auslauf im Stall zur Verfügung. Durch die Laufställe sind sie das Anbinden nicht gewohnt. Ein Transport per Anhänger bedingt aber, dass das Tier angebunden und auf den Anhänger getrieben wird. Wir möchten unseren Rindern den Stress bei dieser unbekannten Situation ersparen und sie am Hof in ihrer gewohnten Umgebung töten. In Österreich ist dies allerdings derzeit gesetzlich noch nicht geregelt. Deshalb haben wir das Projekt "Initiative für eine stressfreie Hofschlachtung" ins Leben gerufen, das als LEADER-Projekt durch Mittel der europäischen Union, des Bundes und des Landes Steiermark gefördert wird.

Durch die Unterstützung der Konsumenten erhoffen wir uns einen positiven Bescheid für die stressfreie Hofschlachtung zu erreichen.

Was bedeutet stressfreie Hofschlachtung?

Ungewohnte Situationen, wie das Verladen auf einen Anhänger, verursachen beim Tier Stress, wodurch das Hormon Adrenalin ausgeschüttet wird. Sowohl Tierwohl als letztendlich auch die Fleischqualität leiden darunter.
Bei der stressfreien Schlachtung hingegen wird das Tier in gewohntem Umfeld mittels Bolzenschuss betäubt. Anschließend wird das Tier in einer mobilen Schlachtbox entblutet und innerhalb von 30 Minuten zum Schlachtraum befördert.
Durch die Betäubung im gewohnten Umfeld, erfährt das Tier keine Angstzustände. Dadurch bleibt die hohe Fleischqualität die durch die Weidehaltung und biologische Fütterung entstanden ist auch für die letzte Phase der Fleischreifung erhalten.

Was wir erreichen wollen

In Österreich ist die stressfreie Hofschlachtung im gewohnten Lebensumfeld nicht definiert, da das Rind lebendig in den Schlachtraum gebracht werden muss. Ausnahmegenehmigungen bekommt man nur für Notschlachtungen.

Für die biologische Landwirtschaft gibt es zahlreiche Auflagen, um das Tierwohl sicherzustellen, die stressfreie Schlachtung ist derzeit in Österreich allerdings noch ein Graubereich. Im Gegensatz zu unseren Nachbarländern Deutschland und der Schweiz gibt es in Österreich keine klare gesetzliche Regelung. Wir wollen eine offizielle Bewilligung der Hofschlachtung im gewohnten Lebensumfeld erreichen.
Wir benötigten Ihren Rückenwind, um aufzuzeigen wie wichtig den Konsumenten das Tierwohl ist. Durch Ihre Unterstützungserklärung helfen Sie uns eine behördliche Bewilligung zu erreichen.

Warum wir es erreichen wollen

Eine tierfreundliche Haltung bedeutet für uns nicht nur eine biologische Bewirtschaftung mit Weidehaltung und Laufställen sondern auch ein stressfreies Sterben im gewohnten Lebensumfeld.

Unsere Tiere verbringen die meiste Zeit ihres Lebens auf der Weide oder der Alm. Durch die Laufställe ist das Anbinden für sie ungewohnt. Für die Schlachtung müssen die Tiere aber eingefangen, angebunden und auf einen Anhänger verladen werden, um sie lebendig zum Schlachthof zu transportieren. Diese ungewohnte Situation stresst das Tier unnötig. Wir bemühen uns, unseren Rindern ein angenehmes und artgerechtes Leben zu ermöglichen, daher wollen wir unsere Tiere auch bis zu deren Ende respektvoll begleiten und den Schlachtprozess würdig und stressfrei gestalten. Als Direktvermarkter ist es uns ein wichtiges Anliegen, alle Arbeitsschritte selbst und am eigenen Betrieb durchzuführen. Durch die viel höhere Fleischqualität profitiert nicht nur das Rind, sondern auch der Konsument.

Erste Erfolge

1. Platz beim Bio Fuchs Award

Bereits im Jänner wurde unser Projekt wurde mit dem Innovationspreis BIO AUSTRIA-Fuchs für hervorragende Projekte und Ideen in der Biolandwirtschaft ausgezeichnet. Dieser Award des Bio Ernte Verbands Österreich wurde bereits zum elften Mal vergeben.

 

Erreichte Bewilligungen

Unserem ersten Antrag für den Schlachtraum der Fam. Kienzer sowie für 5 weitere Mitglieder wurde stattgegeben. Diese Bewilligung ist vorerst auf 6 Monate befristet.
Ein weiterer Antrag für den Schlachtraum der Fam. Freidl sowie die restlichen Mitglieder ist im Laufen. Wir sind zuversichtlich, dass auch dieser einen positiven Bescheid erhalten wird.

Über uns

Unser Verein „Initiative für die stressfreie Hofschlachtung“ besteht aus 11 Bauern im Bezirk Deutschlandsberg in der Weststeiermark. Unsere Bergbauernhöfe befinden sich auf der Koralm und werden biologisch bewirtschaftet. Wir vermarkten unsere Produkte fast ausschließlich direkt, das bedeutet, dass unsere Kunden direkt von uns, also ohne Zwischenhändler, beliefert werden. Die Direktvermarktung ermöglicht es uns einen engen Kundenkontakt zu pflegen und dadurch eine ständige Qualitätssicherung sicherzustellen.

 

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Mobiler Schlachtanhänger

Für die Durchführung der stressfreien Hofschlachtung benötigten wir einen mobilen Schlachtanhänger.

Industriell gefertigte Schlachtboxen haben etwa ein Alleingewicht von 800 kg. Um eine solche Box inklusive einem Tier zu transportieren, benötigt man einen entsprechend großen Traktor. Solche Traktoren sind aber für das Befahren unserer steilen Grundstücke nicht geeignet.
Da wir der Überzeugung sind, dass die stressfreie Hofschlachtung das Zukunftsmodell für biologisch bewirtschaftete Betriebe ist, haben wir gemeinsam mit der Firma Maschinentechnik Theissl einen leichteren Anhänger entwickelt, der per Anhängevorrichtung eines Autos transportiert werden kann. 

Die Vorfinanzierung dieses speziellen Schlachtanhängers war für uns Kleinbauern eine große finanzielle Belastung. Wir erhoffen uns damit aber bessere Chancen für einen positiven Bescheid.

Wir benötigen Ihre Unterstützung, um einerseits Rückenwind für unser Anliegen gegenüber den Behörden zu haben, und andererseits auch die finanziellen Mittel, um unser Anliegen bekannt zu machen. 

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